- Reifegrad
- Alltag
- Beleglage
- gemischt
- Wirkung auf Arbeit
- hoch
- Schadensrisiko
- mittel
- KI-Impact heute und 2029
- spürbar, 2029 stark
- Rolle des Menschen 2029
- entscheidet, KI bereitet vor
Auf dieser Seite
Was tut KI hier?
- Texte und Bilder auf Bestellunggenerative KIAlltag
Auftraggeber erzeugen Texte und Bilder selbst mit KI, statt Freiberufler zu beauftragen. Freiberufler nutzen KI teils als Werkzeug.
Studien zu großen Freiberufler-Plattformen, darunter Upwork, 2023 bis 2025
- Übersetzung mit Nachbearbeitunggenerative KIAlltag
Programme liefern Rohfassungen, Fachleute prüfen und korrigieren sie ().
Nach dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer ist die Nachbearbeitung oft fast so aufwendig wie das Übersetzen selbst (2023)
- Musikgeneratorengenerative KIAlltag
Aus Vorgaben zu Text und Stil erzeugen Modelle vollständige Lieder mit Gesang.
Suno und Udio; der Streamingdienst Deezer erkennt KI-Titel seit Januar 2025 mit eigener Software
- Künstliche Stimmen und Darstellergenerative KIErprobung
KI bildet Stimme und Aussehen realer Darsteller nach oder erzeugt künstliche Figuren für Film, Synchronisation und Spiele.
Tarifverträge der US-Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA 2025 (Videospiele) und 2026 (Film und Fernsehen); Streit deutscher Synchronsprecher mit Netflix 2026
- Lizenzierte Kataloge und Figurengenerative KIErprobung
Rechteinhaber lizenzieren Musikkataloge oder Figuren gezielt für Training und Erzeugung, teils nach einem Vergleich vor Gericht.
Universal Music und Udio (2025), Warner Music und Suno (2025), Disney und OpenAI (2025)
- KI in der Spieleentwicklunggenerative KIAlltag
Entwickler nutzen KI für Code, Texte, Grafiken und Prototypen.
36 % der befragten Beschäftigten der Spielebranche nutzen KI bei der Arbeit, 52 % halten sie für schädlich für die Branche (Umfrage mit Selbstauswahl, 2026)
Was ist belegt?
- Erste Rechtsstreite enden mit Lizenzabkommen. Universal Music legte 2025 seinen Streit mit Udio bei, Warner Music seinen mit Suno, jeweils mit Lizenzabkommen; gegen Suno klagten Universal und Sony Music nach dem Stand vom April 2026 weiter. Disney lizenziert über 200 Figuren für den Videogenerator Sora und beteiligt sich mit 1 Milliarde US-Dollar an OpenAI.
- In den USA regeln Tarifverträge Einwilligung und Vergütung. Nach dem Vertrag der Drehbuchautoren von 2023 ist KI kein Autor; künstliche Darsteller dürfen nach dem Schauspielervertrag von 2026 nur eingesetzt werden, wenn sie erheblichen zusätzlichen Wert bringen, KI-Fassungen realer Darsteller setzen Einwilligung und Bezahlung voraus.
- Ein US-Gericht genehmigte im Juli 2026 einen Vergleich, nach dem Anthropic 1,5 Milliarden US-Dollar an Autoren zahlt, rund 3.000 US-Dollar je Buch. Es geht um Bücher, die Anthropic aus Raubkopie-Sammlungen heruntergeladen hatte. Das Gericht hatte 2025 das Training mit rechtmäßig erworbenen Büchern als „fair use“ gewertet, also als nach US-Recht zulässige Nutzung; die dauerhafte Bibliothek aus Raubkopien fiel nach seiner Auffassung nicht darunter.
- 44 % der befragten Illustratorinnen und Illustratoren in Deutschland nutzen generative KI, aber nur 7 % zur Bilderzeugung. Sie dient vor allem als Hilfsmittel (Verbandsumfrage mit Selbstauswahl, 2025).
Wo liegen Grenzen und Schäden?
- Auf der Plattform Upwork sanken nach dem Start von ChatGPT in schreibnahen Tätigkeiten die Aufträge um 2 % und die Monatsverdienste um 5,2 % (Arbeitspapier von 2023). Verglichen wurde mit weniger betroffenen Tätigkeiten; gemessen ist ein kurzfristiger Effekt auf einer Plattform. Am stärksten traf es nach der begutachteten Fassung die bis dahin erfolgreichsten Freiberufler.
- Auf einer großen Freiberufler-Plattform fielen die Ausschreibungen für Schreib- und Programmieraufträge binnen acht Monaten um 21 %, verglichen mit Aufträgen mit viel Handarbeit. Bei Bilderstellung waren es 17 %.
- In einer britischen Umfrage berichteten 36 % der Übersetzer und 26 % der Illustratoren von verlorenen Aufträgen (Januar 2024). In Deutschland spüren 63 % der Illustratorinnen und Illustratoren Auswirkungen (2025, 2023: 23 %). Beide Umfragen beruhen auf Selbstauswahl.
- Bei Deezer machten vollständig KI-erzeugte Titel im Juni 2026 über die Hälfte der neuen Uploads aus. Bis zu 85 % der Abrufe solcher Titel waren 2025 Betrug (Angaben von Deezer). In einer von Deezer beauftragten Umfrage erkannten 97 % der Befragten KI-Musik im Blindtest nicht.
- Eine Studie im Auftrag der Verwertungsgesellschaften schätzt, dass 2028 24 % der Einnahmen von Musikurhebern durch generative KI gefährdet sind. Es ist die Modellrechnung eines Interessenverbands.
Wie geht es bis 2029 weiter?
Heute spürbar, 2029 stark. Bei Übersetzung und Stimme erreicht KI fast menschliches Niveau, Aufträge verlagern sich zur Nachbearbeitung. Video ist noch deutlich schwächer. Gestalterische Entscheidungen und die Verantwortung für Rechte an Werken und Stimmen bleiben beim Menschen.
Was beim Menschen bleibt. Kreative treffen die gestalterischen Entscheidungen, wählen KI-Entwürfe aus, bearbeiten sie und verantworten die Rechte an Werken und Stimmen; beglaubigte Übersetzungen bescheinigt weiter ein bestellter Mensch.
Wie schnell wird KI hier besser?
In der jährlichen Vergleichsrunde der Konferenz für maschinelle Übersetzung (WMT) lagen menschliche Referenzübersetzungen 2024 in 7 von 11 Sprachpaaren in der Spitzengruppe, 2025 in 6 von 15; da Sprachpaare und Bewertungsverfahren wechselten, lässt sich daraus nur eine Richtung ablesen. Künstlich erzeugte Sprachaufnahmen erkannten Versuchspersonen 2023 nur in 73 % der Fälle; 2025 hielten sie geklonte Stimmen in 70 % der Fälle für menschlich, echte in 72 %. Video bleibt schwächer; im Test VBench-2.0 erreichte Anfang 2026 kein Generator mehr als 67 % der Punkte.
Wo reicht die Qualität schon, sodass Menschen vor allem prüfen?
Bei Übersetzungen gängiger Sprachpaare bearbeiten Übersetzerinnen und Übersetzer zunehmend maschinelle Entwürfe nach. In der offenen, nicht repräsentativen europäischen Branchenumfrage ELIS nutzten 2025 69 % der freiberuflichen Übersetzerinnen und Übersetzer maschinelle Übersetzung (2024: 58 %), 29 % in mindestens der Hälfte ihrer Projekte; bei Sprachdienstleistern machte die Nachbearbeitung 27 % des Umsatzes aus. Ähnlich weit sind Werbe- und Gebrauchsbilder. Für Video mit realistischer Bewegung und für Texte mit komplexer oder nicht standardisierter Sprache reicht die Qualität nicht.
Was bremst?
Das Urheberrecht bremst. Ob Training und Ausgaben mit geschützten Werken erlaubt sind, ist in Deutschland vor Gericht umkämpft, und in den USA bleibt ein allein von KI geschaffenes Werk ungeschützt. Stimmen schützt das Persönlichkeitsrecht; das Landgericht Berlin II sprach einem Synchronsprecher 4.000 Euro für eine KI-Imitation seiner Stimme zu. In den USA setzen Tarifverträge für Drehbuch (2023) und Schauspiel (2026) weitere Grenzen; deutsche Synchronsprecher wehren sich gegen eine Netflix-Klausel, die nach Darstellung ihres Verbands die Nutzung ihrer Aufnahmen für KI-Training ohne zusätzliche Vergütung erlauben soll.
Was könnte die Einschätzung kippen?
Belege zu Auftragsmärkten stammen überwiegend von Plattformen und aus den USA; auf einer großen Freiberufler-Plattform sank die Nachfrage nach Schreiben und Übersetzen nach Einführung von ChatGPT um 20 bis 50 % gegenüber dem Trend. Für Deutschland fehlen belastbare Zahlen zu Aufträgen von Übersetzern, Sprechern und Grafikern. Gerichtsentscheidungen zum Training können Kosten und Tempo stark verändern.
Geschätzt aus den Belegen dieses Blatts. Wie die Werte entstehen
Was ändert sich für die Arbeit?
Am stärksten betroffen sind freiberufliche Arbeiten mit standardisierbaren Ergebnissen wie Gebrauchstexte und Gebrauchsillustrationen. Übersetzer berichten in Umfragen ebenfalls von Verlusten. Die verbleibenden Aufträge sind komplexer und besser bezahlt, die Konkurrenz um sie ist größer. Übersetzer verlagern sich zur Nachbearbeitung maschineller Fassungen. Bei Drehbuch, Schauspiel und Synchronisation verändern Tarifregeln und Einwilligungsklauseln die Arbeit; die US-Sprecher von Videospielen streikten dafür elf Monate.
Welche Regeln gelten?
Nach § 44b Urheberrechtsgesetz sind Vervielfältigungen rechtmäßig zugänglicher Werke für erlaubt, außer der Rechteinhaber hat sich das vorbehalten. Bei Werken, die online zugänglich sind, muss der Vorbehalt maschinenlesbar sein. Das Hanseatische Oberlandesgericht hielt am 10. Dezember 2025 im Fall des Vereins LAION die Erstellung eines Trainingsdatensatzes für zulässig und ließ die Revision zum Bundesgerichtshof zu.
Das Landgericht München I gab der Verwertungsgesellschaft GEMA am 31. Juli 2026 gegen den Musikgenerator Suno überwiegend recht. Das Training in den USA wertete es nach US-Recht nicht als „fair use“, weil sich die Werke in den Ausgaben wiederfanden; das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck müssen seit 2. August 2025 eine Strategie zur Einhaltung des Urheberrechts haben und eine Zusammenfassung ihrer Trainingsinhalte veröffentlichen. Das verlangt Art. 53 Abs. 1 Buchst. c und d . Für Modelle, die schon vorher auf dem Markt waren, gilt eine Frist bis 2. August 2027; durchsetzen kann die Kommission die Pflichten seit 2. August 2026.
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Quellen dieser Seite
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- The Short-Term Effects of Generative Artificial Intelligence on Employment: Evidence from an Online Labor Market (CESifo Working Paper 10601). Xiang Hui, Oren Reshef, Luofeng Zhou, 2023.
- Who Is AI Replacing? The Impact of Generative AI on Online Freelancing Platforms, Management Science 71(10). Jonas Hannane, Ozge Demirci, Xinrong Zhu, 2025.
- Medieninformation vom 8. Juni 2023 zu KI und Sprachberufen. Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ), 8. Juni 2023.
- AI music has surpassed 50% of new music uploads for the first time. Deezer Newsroom, 21. Juli 2026.
- SAG-AFTRA ratifies new deal with video game companies. Animation World Network, 10. Juli 2025.
- SAG-AFTRA Members Ratify New Contract With Over 91% Approval. TheWrap, 4. Juni 2026.
- Bericht zum Boykott deutscher Synchronsprecher gegenüber Netflix. BASIC thinking, 29. Januar 2026.
- Universal Music Group and Udio announce Udio's first strategic agreements for new licensed AI music creation platform. Universal Music Group und Udio (PR Newswire), Oktober 2025.
- Bericht zum Vergleich zwischen Warner Music Group und Suno. Music Business Worldwide, 25. November 2025.
- The Walt Disney Company and OpenAI Reach Landmark Agreement to Bring Beloved Characters from Across Disney's Brands to Sora. The Walt Disney Company und OpenAI (Business Wire), 10. Dezember 2025.
- 2026 State of the Game Industry Report. Game Developers Conference (Business Wire), 29. Januar 2026.
- Bericht zum Stand der Klagen von Universal und Sony gegen Suno. Digital Music News, 24. April 2026.
- Know Your Rights – Artificial Intelligence. Writers Guild of America, 2023.
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