- Reifegrad
- Alltag
- Beleglage
- gemischt
- Wirkung auf Arbeit
- mittel
- Schadensrisiko
- mittel
- KI-Impact heute und 2029
- spürbar, 2029 stark
- Rolle des Menschen 2029
- prüft und verantwortet
Auf dieser Seite
Was tut KI hier?
- KI-Zusammenfassungen in der Suchegenerative KIAlltag
Die Suchmaschine fasst die Treffer zu einer Antwort über der Trefferliste zusammen. Viele Nutzer öffnen danach keine Quelle mehr.
Googles „Übersicht mit KI“ und KI-Modus; Auswertung von Browserdaten durch das Pew Research Center, USA, März 2025
- Nachrichten über Chatbotsgenerative KIAlltag
Chatbots beantworten Fragen zum Tagesgeschehen und fassen Berichte zusammen, meist mit Quellenangaben, die nicht immer stimmen.
7 % der Befragten in 48 Märkten nutzten 2025 wöchentlich Chatbots für Nachrichten, unter 25-Jährige zu 15 %
- Lizenzierte Verlagsinhaltegenerative KIAlltag
Verlage lizenzieren Artikel an KI-Firmen. Der Chatbot zeigt Zusammenfassungen mit Quelle und Link, die Texte fließen zudem ins Training.
Axel Springer und OpenAI (2023), Financial Times und OpenAI (2024)
- KI-Werkzeuge in Redaktionengenerative KIAlltag
Redaktionen nutzen KI für Entwürfe, Zusammenfassungen und Übersetzungen. Die Verantwortung bleibt bei Menschen.
KI-Leitlinien der Deutschen Presse-Agentur (2023); Pressekodex in der Fassung vom 19. März 2025
- Ungeprüft veröffentlichte Textegenerative KIAlltag
Maschinell erzeugte Texte erscheinen ohne ausreichende Prüfung, teils unter Namen, hinter denen keine reale Person steht.
Sommer-Leseliste der Chicago Sun-Times mit Büchern, die es nicht gibt (2025); Sports Illustrated (2023, erfundene Autorenprofile mit KI-Porträtfotos, KI-Erstellung der Texte vom Verlag bestritten)
Was ist belegt?
- Verlage lizenzieren ihre Texte an KI-Firmen. Axel Springer und die Financial Times erlauben OpenAI die Nutzung ihrer Texte, ChatGPT zeigt dafür Zusammenfassungen mit Quelle und Link; die Vergütung ist nicht veröffentlicht. Eine bedeutende Einnahmequelle erwarten daraus nur 20 % von 280 befragten Medienmanagern (Ende 2025).
- Das Landgericht München I untersagte einem Suchmaschinenbetreiber per einstweiliger Verfügung bestimmte Aussagen in seiner KI-Übersicht (Pressemitteilung vom 12. Juni 2026). Zwei Verlage hatten sich durch sie mit Betrugsmaschen in Verbindung gebracht gesehen. Die Zusammenfassung sei ein eigener Inhalt des Betreibers, für den er hafte; die Eilentscheidung ist nicht rechtskräftig.
- Nach ihren Leitlinien von 2023 setzt die Deutsche Presse-Agentur KI nur unter menschlicher Aufsicht ein und kennzeichnet vollständig KI-erzeugte Inhalte. Der Pressekodex gilt seit März 2025 ausdrücklich auch für künstlich erzeugte Inhalte.
Wo liegen Grenzen und Schäden?
- Bei Google-Suchen mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer in 8 % der Besuche auf einen Treffer, ohne Zusammenfassung in 15 %. Auf Links in der Zusammenfassung klickten sie in 1 % der Fälle (Browserdaten von 900 Erwachsenen in den USA, März 2025).
- Der Verkehr aus der Google-Suche auf über 2.500 Websites sank 2025 weltweit um ein Drittel, in den USA um 38 %. Verweise von ChatGPT machten nur 0,02 % des Verweisverkehrs auf Verlagsseiten aus. Die befragten Medienmanager erwarten in drei Jahren im Mittel 43 % weniger Suchverkehr.
- Von über 3.000 Antworten von ChatGPT, Copilot, Gemini und Perplexity auf Nachrichtenfragen hatten 45 % mindestens ein erhebliches Problem, 20 % grobe Fehler wie erfundene oder veraltete Angaben. Geprüft haben 22 öffentlich-rechtliche Medienhäuser aus 18 Ländern, darunter ARD, ZDF und Deutsche Welle (2025).
- Im Test des britischen Senders BBC vom Dezember 2024 hatten 51 % der Antworten erhebliche Probleme. 13 % der Antworten, die die BBC zitierten, enthielten veränderte oder erfundene Zitate.
- Sports Illustrated veröffentlichte 2023 Produkttexte unter Autorennamen ohne erkennbare reale Person, deren Porträtfotos von einer Website für KI-Porträts stammten. Der Verlag bestritt, dass die Texte selbst mit KI geschrieben waren. Die Chicago Sun-Times druckte 2025 eine teils mit KI erstellte Leseliste mit erfundenen Buchtiteln realer Autoren.
Wie geht es bis 2029 weiter?
Heute spürbar, 2029 stark. Redaktionen nutzen KI schon für Transkription, Übersetzung und Korrektur. Bis 2029 dürfte ein großer Teil der Produktionsschritte mit KI erledigt werden; Recherche, Auswahl und Abnahme bleiben beim Menschen, weil KI-Antworten auf Nachrichtenfragen noch zu oft falsch sind.
Was beim Menschen bleibt. Journalistinnen und Journalisten recherchieren selbst, wählen und gewichten Themen und prüfen und verantworten alles, was veröffentlicht wird.
Wie schnell wird KI hier besser?
Die Antworten von KI-Assistenten auf Nachrichtenfragen werden besser, bleiben aber zu fehlerhaft für eine Veröffentlichung ohne Prüfung. Von Journalisten der BBC bewertete Antworten hatten im Dezember 2024 zu 51 % mindestens ein erhebliches Problem, im Mai und Juni 2025 zu 37 %; grobe Genauigkeitsfehler sanken von 31 auf 25 %. Im Test des Tow Center for Digital Journalism ordneten acht KI-Suchwerkzeuge Artikel Anfang 2025 in über 60 % der Abfragen falsch zu, und im monatlichen Test des Anbieters NewsGuard wiederholten führende Chatbots im Januar 2026 in über 28 % der Fälle nachweislich falsche Behauptungen.
Wo reicht die Qualität schon, sodass Menschen vor allem prüfen?
Bei Transkription, Übersetzung, Korrektur, Zusammenfassungen und Meldungen aus strukturierten Daten wie Quartalszahlen prüfen Redaktionen inzwischen vor allem. Im deutschsprachigen Raum arbeiten 70 % der befragten Journalistinnen und Journalisten mit KI-Werkzeugen, vor allem für Übersetzung und Transkription; die Nachrichtenagentur Associated Press erzeugte schon 2014/2015 Meldungen zu Quartalszahlen regelbasiert aus Finanzdaten (Eigenangabe). Stichproben bleiben nötig, weil Transkriptionsmodelle vereinzelt ganze Sätze erfinden. Für Antworten auf offene Nachrichtenfragen und für Quellenangaben reicht die Qualität nicht.
Was bremst?
Nach § 19 Medienstaatsvertrag müssen Anbieter journalistisch-redaktioneller Telemedien Nachrichten vor der Verbreitung mit der gebotenen Sorgfalt prüfen, gleich ob ein Text mit KI entstand. Das Publikum ist skeptisch. In Deutschland fühlten sich 2025 54 % der Internetnutzenden unwohl mit Nachrichten, die hauptsächlich von KI mit etwas menschlicher Kontrolle erstellt werden; 2026 vertrauten im Mittel von 48 Märkten 20 % den Antworten von KI-Chatbots. Dazu kommen offene Urheberrechtsfragen.
Was könnte die Einschätzung kippen?
Die Fehlermessungen stammen aus wenigen Tests mit wechselnden Modellen; ob der Rückgang anhält, ist offen. In einer weltweiten Befragung von Führungskräften aus Medienhäusern Ende 2025 hatten 67 % durch KI bisher keine Stellen eingespart; Messungen der Zeitersparnis in deutschen Redaktionen fehlen. Bricht der Verkehr aus Suchmaschinen weiter ein, könnte das die Automatisierung beschleunigen.
Geschätzt aus den Belegen dieses Blatts. Wie die Werte entstehen
Was ändert sich für die Arbeit?
Unter Druck stehen Angebote, die vom Such- und Empfehlungsverkehr leben, besonders Service- und Lifestyle-Inhalte wie Wetter, Fernsehprogramm und Horoskope. In Redaktionen übernimmt KI Teile von Recherche und Produktion. Das Prüfen wird wichtiger, weil Assistenten Nachrichten häufig mit Mängeln wiedergeben und ungeprüfte Texte den Ruf beschädigen. Verlage verhandeln Lizenzen und führen Prozesse. Das Publikum erwartet von KI-erstellten Nachrichten vor allem, dass sie billiger herzustellen und weniger vertrauenswürdig sind (Digital News Report 2025 des Reuters Institute).
Welche Regeln gelten?
Seit 2. August 2026 müssen KI-erzeugte Texte, die über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informieren, gekennzeichnet werden, außer ein Mensch hat sie geprüft und verantwortet sie redaktionell. Grundlage ist Art. 50 Abs. 4 der . Eine bloße Rechtschreibkorrektur zählt nach der EU-Kommission nicht als Prüfung.
Das Landgericht München I entschied am 11. November 2025, dass OpenAI Liedtexte in seinen Modellen memorisiert und damit vervielfältigt hat. OpenAI ist in Berufung gegangen. In New York läuft die Klage der New York Times gegen OpenAI und Microsoft weiter.
Einordnung
Quellen dieser Seite
Die Ziffern im Text öffnen die Quelle. Alle Quellen der Website
Liste der 29 Quellen anzeigen
- Google users are less likely to click on links when an AI summary appears in the results. Pew Research Center, 22. Juli 2025.
- Digital News Report 2025 – Executive summary. Reuters Institute, 17. Juni 2025.
- Mitteilung zur Partnerschaft mit Axel Springer. OpenAI, 13. Dezember 2023.
- Mitteilung zur Content-Partnerschaft mit der Financial Times. OpenAI, 29. April 2024.
- Künstliche Intelligenz: Fünf Guidelines der dpa. dpa, 3. April 2023.
- Pressekodex, Präambel. Deutscher Presserat, 19. März 2025.
- Bericht zur KI-generierten Sommer-Leseliste der Chicago Sun-Times. 404 Media, 20. Mai 2025.
- Recherche zu erfundenen Autoren bei Sports Illustrated. Futurism, 27. November 2023.
- Journalism, media, and technology trends and predictions 2026. Reuters Institute for the Study of Journalism (Nic Newman), 12. Januar 2026.
- Pressemitteilung 13/2026 – Verantwortung für KI-generierte Übersichtsaussagen (Az. 26 O 869/26). Landgericht München I, 12. Juni 2026.
- Global publisher Google traffic dropped by a third in 2025. Press Gazette (Charlotte Tobitt), 12. Januar 2026.
- AI's systemic distortion of news is consistent across languages and territories (Pressemitteilung zur internationalen Studie öffentlich-rechtlicher Sender). Europäische Rundfunkunion (EBU), 22. Oktober 2025.
- Bericht über die BBC-Studie zu KI-Chatbots und Nachrichten. Press Gazette, Februar 2025.
- AI adoption by UK journalists and their newsrooms. Reuters Institute (Neil Thurman, Sina Thäsler-Kordonouri, Richard Fletcher), 27. November 2025.
- Medien-Trendmonitor 2025, Teil 5 (Künstliche Intelligenz). news aktuell (Tochter der dpa), 2025.
- News Integrity in AI Assistants Report (Abschnitt „Comparing the two rounds of BBC research“). EBU und BBC, Oktober 2025.
- Medienstaatsvertrag (MStV), § 19 Sorgfaltspflichten. Bayern.Recht, 1. Dezember 2025.
- AI Search Has a Citation Problem. Columbia Journalism Review, Tow Center for Digital Journalism (Klaudia Jaźwińska, Aisvarya Chandrasekar), 6. März 2025.
- AI False Claims Monitor, January 2026. NewsGuard, 25. Februar 2026.
- How AP is using automation to increase story output tenfold. journalism.co.uk (Abigail Edge), 4. Juni 2015.
- Careless Whisper: Speech-to-Text Hallucination Harms (ACM FAccT 2024). Allison Koenecke u. a., 2024.
- datenblick – Akzeptanz von KI: Mensch oder Maschine? (Auswertung des Digital News Report 2025). ZDF, 3. November 2025.
- Digital News Report 2026 – Executive summary. Reuters Institute for the Study of Journalism, 16. Juni 2026.
- New York Times Clears First Legal Hurdle in Lawsuit Against OpenAI. The Fashion Law, 8. April 2025.
- Pressemitteilung 11/2025 – Urteil GEMA gegen Open AI (Az. 42 O 14139/24). Landgericht München I, 11. November 2025.
- FAQ – Transparency obligations under Article 50 AI Act. Europäische Kommission, 24. Juli 2026.
- GEMA sieht durch Urteil gegen Suno Maßstäbe für internationales Urheberrecht gesetzt. Deutsches Musikinformationszentrum (miz), 31. Juli 2026.
- New York Times Amends Copyright Suit Against OpenAI, Microsoft. GigaLaw Daily News, 27. Juni 2026.
- Blogbeitrag zu Suchanfragen und Klicks in der KI-Suche. Google (Liz Reid, Leiterin Google Search), 6. August 2025.