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Branchenradar KI-Impact

Branche für Branche

Achtzehn Befundblätter in vier Bereichen. Jedes nennt, was KI in der Branche tut, was davon belegt ist, wo Grenzen und Schäden liegen, wie es bis 2029 weitergehen dürfte, was sich für die Arbeit ändert und welche Regeln gelten.

Büro, Software und Sicherheit

Generative KI arbeitet am besten mit Text und Code. In diesen Branchen ist sie nach Unternehmensbefragungen am weitesten verbreitet, und hier sind auch viele ihrer Fehler dokumentiert, von unsicherem Code bis zu erfundenen Urteilen.

Medien und Kreativwirtschaft

Texte, Bilder und Musik lassen sich mit KI in beliebiger Menge erzeugen. Gestritten wird um Aufmerksamkeit, Vergütung und das Urheberrecht.

Gesundheit, Forschung und Bildung

Für Medizin und Forschung fanden sich bei der Recherche die meisten kontrollierten Studien. In der Bildung liegen verbreitete Nutzung und belegter Nutzen am weitesten auseinander.

Fabrik, Netz, Straße und Feld

Hier steuert KI Maschinen und wertet Sensordaten aus. Viele dieser Anwendungen sind älter als die Sprachmodelle. Fertigungsnahe Techniken wie Bilderkennung und autonome Maschinen setzen Unternehmen seltener ein als Textanwendungen.

Branchen auf dem Prüfstand

Vier Werte je Branche, geschätzt aus den Belegen der Befundblätter. Ein Klick auf eine Zeile führt zum Befundblatt.

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Achtzehn Branchen im Vergleich
BrancheReifegradBeleglageWirkung auf ArbeitSchadensrisikoKI-Impact heute und 2029Kernbefund
Büro, Software und Sicherheit
Software und ITAlltagguthochmittel4 auf 5Große Mehrheit nutzt KI; Nutzen gemischt belegt; unsicherer Code und Pannen mit Agenten; Einstieg schwieriger, Anteil der KI offen.
CybersicherheitAlltaggemischtmittelhoch3 auf 4Lücken werden schneller gefunden, verlässliche Zahlen zum Beheben fehlen; Täuschung wird billig.
Kundenservice und CallcenterAlltaggemischthochmittel3 auf 4In deutschen Unternehmen häufigstes Einsatzfeld (Bitkom); Neulinge gewinnen am meisten; Kunden wollen Zugang zu Menschen.
Recht, Justiz und SteuerberatungAlltaggemischtmittelhoch3 auf 4Interne Recherche und Prüfung sparen in Experimenten Zeit; über 2.200 Gerichtsentscheidungen zu KI-Falschangaben (private Sammlung); die Verantwortung bleibt beim Menschen.
Banken, Versicherungen und FinanzmärkteAlltaggemischtmittelhoch3 auf 4Betrugserkennung und Scoring seit Jahren Alltag; Aufseher warnen vor gleichgerichteten Modellen und der Abhängigkeit von wenigen Anbietern.
Öffentliche Verwaltung und PolizeiAlltaggemischtmittelhoch2 auf 3Textassistenten für Hunderttausende Beschäftigte; Skandale um Sozialleistungen im Ausland; keine Bußgelder gegen deutsche Behörden.
Medien und Kreativwirtschaft
Medien, Verlage und SucheAlltaggemischtmittelmittel3 auf 4Weniger Suchverkehr für Verlage; 45 % der Antworten auf Nachrichtenfragen mit erheblichen Problemen, 20 % mit groben Fehlern.
KreativberufeAlltaggemischthochmittel3 auf 4Weniger Aufträge für Text und Bild, Übersetzer melden Verluste; das Urheberrecht ist im Streit.
Werbung und MarketingAlltaggemischtmittelmittel3 auf 4In der EU häufigster Einsatzzweck von KI; Täuschung wird billiger; Kennzeichnungspflicht seit August 2026.
Gesundheit, Forschung und Bildung
Medizin und PflegeErprobunggutmittelhoch2 auf 3Bildauswertung und Frühwarnung mit guten Studien; Chatbot-Beratung ohne belegten Nutzen.
Pharma und ForschungErprobunggemischtmittelmittel3 auf 4Proteinstrukturen und Wetter im Regelbetrieb; Wirkstoffe in Phase II bisher ohne Vorsprung.
Schule, Hochschule, WeiterbildungAlltaggemischtmittelmittel3 auf 3Weit verbreitet; Tutoren, die nur Hinweise geben, helfen, frei genutzte Chatbots können schaden.
Fabrik, Netz, Straße und Feld
Industrie und RobotikErprobunggemischtmittelgering2 auf 3Qualitätsprüfung und Wartung im Alltag; fertigungsnahe KI seltener als Textanwendungen; Humanoide fast nur im Pilotbetrieb.
EnergiewirtschaftErprobunggemischtgeringmittel2 auf 3Bessere Prognosen für Wind und Sonne nach Entwicklerangaben; Rechenzentren wachsen als Verbraucher, mit starker lokaler Wirkung.
Handel, Logistik und PlattformarbeitAlltaggemischtmittelmittel2 auf 3Roboterflotten im Lager, Preisalgorithmen, Steuerung von Arbeit durch Software; Plattform-Richtlinie bis Dezember 2026 umzusetzen, Hochrisiko-Regeln ab Dezember 2027.
Mobilität und autonomes FahrenErprobunggemischtmittelhoch2 auf 3Robotaxis im Regelbetrieb in USA und China; Deutschland erprobt; Sicherheitsdaten meist von den Betreibern.
LandwirtschaftErprobungdünngeringgering2 auf 2Gezieltes Spritzen und Laser; Einsparungen kaum unabhängig belegt; Verbreitung hängt an der Betriebsgröße.
Bau und HandwerkErprobungdünngeringgering2 auf 2Geringste Nutzung unter den erfassten Branchen; Nutzen vor allem im Büro; die Arbeit auf der Baustelle ist kaum betroffen.

Wie die Werte entstehen

Reifegrad. Alltag heißt breit im Einsatz, Erprobung im Einsatz an einzelnen Stellen oder in Pilotprojekten, Forschung in Studien und Prototypen, Versprechen angekündigt, aber kaum belegt. Beleglage. Gut bei mehreren kontrollierten Studien oder amtlichen Daten, gemischt bei einzelnen Studien, Befragungen und Herstellerangaben, dünn, wenn vor allem Ankündigungen und Einzelfälle vorliegen. Wirkung auf Arbeit und Schadensrisiko sind in drei Stufen geschätzt: gering, mittel oder hoch.

Der KI-Impact beschreibt, welcher Teil der Arbeit in einer Branche sich durch KI verändert und wie stark. Eine amtliche Kennzahl dafür gibt es nicht. Die Stufen beruhen auf Nutzungsdaten, Studien zur Qualität der Ergebnisse und den rechtlichen und praktischen Grenzen. Begründet sind sie jeweils im Ausblick des Befundblatts. Der Wert für 2029 nimmt an, dass sich die Qualität so weiterentwickelt wie in den vergangenen drei Jahren. Eine Wahrscheinlichkeit lässt sich dafür nicht angeben.

Wie verbreitet KI ist, hängt davon ab, wie gefragt wird. Nach der amtlichen Statistik nutzten 2025 26 % der deutschen Unternehmen ab zehn Beschäftigten mindestens eine KI-Technologie. Umfragen des ifo-Instituts und des Digitalverbands Bitkom, die anders abgrenzen, melden für 2026 über die Hälfte. Nach Statistischem Bundesamt und Bitkom stehen bei den Einsatzbereichen Text und Kundenkontakt vorn, Bilderkennung, autonome Maschinen und Produktion hinten. Als Branche nutzt die Industrie KI nach dem ifo-Institut dagegen überdurchschnittlich oft.

Quellen dieser Seite

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  1. Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen. Statistisches Bundesamt (Destatis), 24. November 2025.
  2. Positionspapier „Industrielle KI am Standort Deutschland skalieren“. Bitkom, Januar 2026.
  3. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt Künstliche Intelligenz. ifo Institut, 5. Juni 2026.
  4. KI in der deutschen Wirtschaft – Status quo und Ausblick 2026. Bitkom Research, 14. September 2026.