- Reifegrad
- Erprobung
- Beleglage
- gemischt
- Wirkung auf Arbeit
- mittel
- Schadensrisiko
- gering
- KI-Impact heute und 2029
- punktuell, 2029 spürbar
- Rolle des Menschen 2029
- arbeitet körperlich, KI plant und steuert
Auf dieser Seite
Was tut KI hier?
- Automatische QualitätsprüfungMaschinenlernenAlltag
Modelle werten Kamerabilder, Geräusche und Prozessdaten aus und markieren Abweichungen wie fehlende Teile oder auffällige Schweißpunkte. Prüfer kontrollieren gezielt die markierten Fälle.
Audi lässt in Neckarsulm je Schicht rund 1,5 Millionen Schweißpunkte von einer KI analysieren (2023); BMW prüft mit Kameras und Sensoren des Systems AIQX am Band (Herstellerangaben)
- Vorausschauende WartungMaschinenlernenAlltag
Modelle lernen aus Schwingung, Temperatur oder Stromaufnahme den Normalzustand einer Anlage und melden Verschleiß, bevor sie ausfällt.
Siemens Senseye beim Stahlhersteller BlueScope, seit 2022
- Assistenten für die Automatisierungstechnikgenerative KIErprobung
Sprachmodelle erzeugen Steuerungscode, Bedienoberflächen und Gerätekonfigurationen. Neuere Agenten bessern selbst nach, bis die Vorgaben erfüllt sind.
Siemens Industrial Copilot (seit Juli 2024) und Eigen Engineering Agent (Hannover Messe 2026)
- Industrieroboter mit KI-FunktionenRobotikAlltag
Roboter schweißen, lackieren und montieren. KI kommt bei der Bildverarbeitung, beim Greifen ungeordneter Teile und beim Programmieren hinzu.
Weltweit rund 5 Millionen Industrieroboter in Betrieb (2025); wie viele davon KI nutzen, erfasst die Statistik des Branchenverbands International Federation of Robotics (IFR) nicht
- Humanoide RoboterRobotikErprobung
Menschenähnliche Roboter sollen Teile holen, einlegen und sortieren, ohne dass die Fabrik umgebaut werden muss. Ihre Steuerung lernt aus Vorführungen und Fernsteuerung durch Menschen.
Figure 02 bei BMW in Spartanburg (USA), Apptronik Apollo bei Mercedes-Benz in Berlin und Kecskemét, AEON von Hexagon bei BMW in Leipzig
Was ist belegt?
- Automatische Prüfung kann jedes Teil erfassen. Audi lässt in Neckarsulm je Schicht rund 1,5 Millionen Schweißpunkte von 300 Fahrzeugen von einer KI analysieren; zuvor prüften Beschäftigte stichprobenartig per Ultraschall (Herstellerangabe).
- Nach Siemens vermied der Stahlhersteller BlueScope mit vorausschauender Wartung seit 2022 rund 2.000 Stunden ungeplanten Stillstand und 53 vollständige Prozessunterbrechungen. Das ist eine Angabe von Anbieter und Kunde ohne Vergleichsgruppe.
- Deutschland hat mit 449 Industrierobotern je 10.000 Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe die dritthöchste Roboterdichte der Welt, hinter Südkorea und Singapur (IFR World Robotics 2025).
- Beim Siemens Industrial Copilot müssen laut Hersteller nur 20 % des erzeugten Steuerungscodes angepasst werden (2024). Für den 2026 vorgestellten Eigen Engineering Agent nennt Siemens aus Piloten mit über 100 Unternehmen bis zu 50 % Effizienzgewinn, ohne die Messmethode offenzulegen.
Wo liegen Grenzen und Schäden?
- Fertigungsnahe KI-Techniken sind seltener als Text- und Medienanwendungen. Von den KI nutzenden Unternehmen aller Branchen in Deutschland setzten 2025 nur 17 % Bilderkennung und 6 % autonom bewegte Maschinen ein, aber je 52 % Textanalyse und die Erzeugung von Bildern, Videos oder Ton. Nach Bitkom nutzen 20 % der KI-Anwender aller Branchen KI in der Produktion.
- Die Einführung kostet zunächst Produktivität. In US-Fabriken sanken Produktivität und Ertrag nach dem Start von KI erst, vor allem in älteren Betrieben, bevor sie stiegen (nicht begutachtete Studie des US-Statistikamts).
- Bei humanoiden Robotern liegen Ankündigungen und Einsatz weit auseinander. Elon Musk sagte im Januar 2026, Optimus werde in Teslas Fabriken nicht in nennenswertem Umfang eingesetzt; ein Jahr zuvor hatte er als internen Plan rund 10.000 gebaute Roboter für 2025 genannt. Mercedes-Benz erprobte Apollo 2024/2025 mit weniger als zehn Geräten.
- Die Roboterinstallationen sanken 2025 in Deutschland auf 24.800, rund 8 % weniger als 2024 (eigene Rechnung aus IFR-Zahlen), in der EU um 11 %.
- Viele Unternehmen scheitern schon am Einstieg. Wer KI erwog, aber nicht einsetzte, nannte 2025 vor allem fehlendes Wissen (72 %), unklare rechtliche Folgen (62 %) und Datenschutz (60 %).
Wie geht es bis 2029 weiter?
Heute punktuell, 2029 spürbar. In Deutschland nutzte 2025 jedes vierte Industrieunternehmen ab zehn Beschäftigten KI, gezählt wird jede Anwendung, auch im Büro. Von den KI-Anwendern aller Branchen setzt nur jeder fünfte KI in der Produktion ein. Bis 2029 dürfte KI Prüfung, Wartung, Planung und Engineering spürbar verändern; die körperliche Fertigung bleibt bei Menschen und klassischen Robotern.
Was beim Menschen bleibt. Menschen bedienen, rüsten und warten die Anlagen, geben KI-Vorschläge frei und verantworten Sicherheit und Qualität.
Wie schnell wird KI hier besser?
Auf dem bekannten Prüfdatensatz MVTec AD für die Bilderkennung von Produktfehlern erreichen die besten Verfahren bei der Lokalisierung von Fehlern im Bild 97,8 %, auf dem realitätsnäheren Nachfolger MVTec AD 2 höchstens 58,7 %; unter wechselnder Beleuchtung verloren manche Verfahren die Hälfte ihrer Leistung. Beim Programmieren speicherprogrammierbarer Steuerungen hob eine Kette aus Sprachmodell und automatischen Prüfwerkzeugen die Erfolgsquote in einer begutachteten Studie von 47 auf 72 %.
Wo reicht die Qualität schon, sodass Menschen vor allem prüfen?
Bei der Prüfung standardisierter Teile unter stabilen Bedingungen und bei Wartungsprognosen prüfen Menschen inzwischen vor allem Verdachtsfälle. Beim Steuerungscode in Textsprachen zeichnet sich ab, dass KI entwirft und Fachleute mit automatischen Prüfungen testen und freigeben; grafische Programmiersprachen bleiben fehleranfälliger. Lernende Sicherheitsfunktionen muss nach der Maschinenverordnung ab 20. Januar 2027 eine unabhängige, staatlich benannte Prüfstelle bewerten; die Anforderungen der KI-Verordnung an KI in Maschinen sollen bis August 2028 per delegiertem Rechtsakt hinzukommen.
Was bremst?
Nach eigener Einschätzung gelang es Anfang 2025 nur 24 % der deutschen Industrieunternehmen ab 100 Beschäftigten gut, die Möglichkeiten von KI zu nutzen. Wechselnde Bedingungen in der Fertigung senken die Treffsicherheit der Bildprüfung. Dass die Mehrheit der Industrieunternehmen binnen fünf Jahren humanoide Roboter einsetzt, erwarten nur 3 % der Befragten, 41 % halten sie für einen Hype. In Europa sanken die Installationen von Industrierobotern 2025 um 14 %.
Was könnte die Einschätzung kippen?
Unabhängige Messungen der Wirkung in deutschen Fabriken fehlen; die meisten Wirkungsangaben stammen von Herstellern. Die Nutzungsquoten zählen jede KI-Nutzung, auch im Büro. Ein Durchbruch bei allgemein einsetzbarer Roboter-KI würde die Einschätzung nach oben verschieben, eine längere Industrieflaute nach unten.
Geschätzt aus den Belegen dieses Blatts. Wie die Werte entstehen
Was ändert sich für die Arbeit?
Betroffen sind vor allem Prüf-, Programmier- und einfache Handhabungstätigkeiten. Bei der automatischen Qualitätsprüfung markiert die KI Auffälligkeiten, und Beschäftigte prüfen gezielt nach; Automatisierungstechniker bekommen Assistenten, die Code und Konfigurationen erzeugen. In Fertigungsberufen waren schon 2019 fast 84 % der Tätigkeiten technisch automatisierbar; der Wert beschreibt, was technisch möglich ist, und sagt keinen Stellenabbau voraus. 62 % der befragten Industrieunternehmen berichten, ihre Belegschaft stehe humanoiden Robotern skeptisch gegenüber.
Welche Regeln gelten?
Die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 löst ab 20. Januar 2027 die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ab. Der verschiebt sie in Anhang I Abschnitt B der . Für KI in Maschinen gelten dann nur einzelne Vorschriften der KI-Verordnung (Art. 2 Abs. 2); KI-bezogene Sicherheitsanforderungen soll die Kommission per delegiertem Rechtsakt in die Maschinenverordnung aufnehmen; sie sollen spätestens ab 2. August 2028 gelten.
Der Bundestag beschloss am 8. Oktober 2026 das neue Produkthaftungsrecht, nach dem Software und damit grundsätzlich auch KI als Produkt gilt. Im Bundesrat läuft die Frist bis 30. Oktober 2026. In Kraft treten soll es am 9. Dezember 2026, für vorher in Verkehr gebrachte Produkte gilt das bisherige Recht.
Einordnung
Quellen dieser Seite
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Liste der 31 Quellen anzeigen
- Audi startet Roll-out einer Künstlichen Intelligenz zur Qualitätskontrolle von Schweißpunkten. Audi AG, 30. Juni 2023.
- AIQX. BMW Group, 27. November 2023.
- Pressemitteilung zu BlueScope und vorausschauender Wartung. Siemens, 4. September 2025.
- Siemens and Microsoft scale industrial AI. Microsoft Source, 24. Oktober 2024.
- Pressemitteilung zur Hannover Messe 2026 (Eigen Engineering Agent). Siemens, April 2026.
- Five Million Robots now Operate in Factories Globally (World Robotics 2026). International Federation of Robotics (IFR), 24. September 2026.
- F.02 Contributed to the Production of 30,000 Cars at BMW. Figure AI, 19. November 2025.
- Humanoide Roboter – Mercedes-Benz investiert Millionen in Apptronik. heise online, März 2025.
- BMW deploys the humanoid robot AEON in production sites in Germany. Hexagon Robotics, 27. Februar 2026.
- Pressemeldung zur Roboterdichte (deutsch). IFR, 8. April 2026.
- Unternehmen mit Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen. Statistisches Bundesamt (Destatis), 24. November 2025.
- Positionspapier „Industrielle KI am Standort Deutschland skalieren“. Bitkom, Januar 2026.
- McElheran, Yang, Kroff, Brynjolfsson – The Rise of Industrial AI in America (CES-WP-25-27). U.S. Census Bureau, Center for Economic Studies, April 2025.
- Musk admits no Optimus robots are doing useful work at Tesla after claiming otherwise. Electrek, 28. Januar 2026.
- Pressemitteilung World Robotics 2026, EU-27. IFR, 24. September 2026.
- World Robotics 2025 – Global robot demand in factories doubles over 10 years. IFR, September 2025.
- Gründe gegen die Nutzung von Technologien der künstlichen Intelligenz nach Beschäftigtengrößenklassen. Statistisches Bundesamt (Destatis), 24. November 2025.
- Datensatz isoc_eb_ain2 (KI-Nutzung in Unternehmen nach Wirtschaftszweigen), Indikator E_AI_TANY. Eurostat, 15. Juni 2026.
- World Robotics 2026 – Executive Summary Industrial Robots. International Federation of Robotics (IFR), 2026.
- The MVTec AD 2 Dataset – Advanced Scenarios for Unsupervised Anomaly Detection, International Journal of Computer Vision 134, Artikel 175 (2026); Vorabdruck arXiv:2503.21622. Heckler-Kram, Neudeck, Scheler u. a., 2026.
- LLM4PLC – Harnessing Large Language Models for Verifiable Programming of PLCs in Industrial Control Systems (ICSE-SEIP 2024; arXiv:2401.05443). Fakih u. a., 8. Januar 2024.
- Generation of PLC Code using Large Language Models – A Comparative Study, AUTOMATION 2026 (VDI Wissensforum), S. 117–126. Fröming, Vogt, Urbas (TU Dresden), 18. Juni 2026.
- Verordnung (EU) 2023/1230 (Maschinenverordnung), Erwägungsgründe 54 und 55. 2023.
- Maschinenverordnung: Was sich ab 2027 ändert. produktion.de, 20. Oktober 2026.
- Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital-Omnibus zur KI) vom 08.07.2026, Neufassung von Art. 4 VO (EU) 2024/1689. 8. Juli 2026.
- Presseinformation „Drei Viertel der Industrie lassen KI-Chancen liegen“ (15.05.2025). Bitkom, 15. Mai 2025.
- Präsentation „Industrie 4.0 – wie digital ist Deutschlands Industrie?“ 2026, Folie 14. Bitkom, 14. April 2026.
- Auch komplexere Tätigkeiten könnten zunehmend automatisiert werden. IAB-Kurzbericht 13/2021 (Dengler, Matthes), 13. Juli 2021.
- Presseinformation vom 20.04.2026 „Humanoide Roboter Mittel gegen Fachkräftelücke“. Bitkom, 20. April 2026.
- Neue Regelungen zur Produkthaftung 2026. IHK Frankfurt am Main, Oktober 2026.
- Drucksache 584/26, Gesetz zur Modernisierung des Produkthaftungsrechts und zur Änderung weiterer Vorschriften (Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages). Bundesrat, 9. Oktober 2026.